Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Rhein-Neckar, Mannheim war bei der Veranstaltung „Ohne Judentum kein Islam“ im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen Darmstadt 2026 zu Gast. Was wir an diesem Abend erlebt haben, hat uns zutiefst bewegt.

In einer Zeit, in der Antisemitismus auch im Namen des Islam immer offener auftritt, war dieser Abend ein wohltuendes und zugleich ermutigendes Signal: Es gibt auch andere Stimmen. Stimmen, die nicht gegeneinander aufrechnen, sondern Brücken bauen wollen.

Prof. Dr. Mouhanad Khorchide leistet dabei aus unserer Sicht eine unbezahlbare Arbeit. Er stellt sich schwierigen Fragen, widerspricht antisemitischen Deutungen und arbeitet an einem Islamverständnis, das jüdisches Leben nicht lediglich „toleriert“, sondern bejaht, schützt und aktiv unterstützt.

Das ist mehr als eine akademische Debatte. Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe.

Gerade deshalb sehen wir diesen Abend als möglichen Sprungbrett für einen Lichtblick: für einen jüdisch-muslimischen Dialog, der nicht bei wohlklingenden Worten stehen bleibt, sondern sich dort bewährt, wo es unbequem wird – beim Kampf gegen Antisemitismus, bei der Anerkennung jüdischer Geschichte und Identität und bei der klaren Verteidigung jüdischen Lebens.

Besonders wertvoll war auch der offene Austausch mit Daniel Neumann und Waqar Tariq, der unterschiedliche Perspektiven zusammenbrachte und zeigte, dass ein ehrlicher Dialog möglich ist, wenn man bereit ist, zuzuhören und auch schwierige Fragen auszuhalten.

Wir von der DIG Rhein-Neckar nehmen von diesem Abend vor allem eines mit:

Hoffnung.

Hoffnung darauf, dass sich innerhalb muslimischer Communities Stimmen entwickeln und Gehör finden, die Antisemitismus nicht relativieren, sondern ihm entschieden entgegentreten.

Hoffnung auf Menschen, die verstehen, dass die Geschichte von Judentum und Islam nicht zwangsläufig eine Geschichte der Feindschaft sein muss.

Und Hoffnung auf einen Dialog, in dem jüdisches Leben nicht nur geduldet, sondern als selbstverständlicher und schützenswerter Teil unserer Gesellschaft anerkannt wird.

Dieser Abend war für uns ein Lichtblick. Und vielleicht auch ein Anfang.

Unser Dank gilt den Veranstaltern, allen Beteiligten – und ganz besonders Prof. Mouhanad Khorchide für seine wichtige und mutige Arbeit.

Und ein ganz großer Dank an die Jüdische Gemeinde Darmstadt, die jedes Jahr diese hochkarätigen Kulturwochen organisiert.

Dialog braucht Mut. Und Veränderung braucht Menschen, die ihn aufbringen.